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Einer
der schwersten und wohl der bekannteste Radmarathon in Europa ist der
Ötztaler Radmarathon mit 238km Länge und 5500 Höhenmetern. Es hört
sich zwar nicht viel an, wenn gesagt wird man muss nur 4 Berge fahren,
aber wenn man dann die Namen der Berge erfährt, scheuen selbst viele
ambitionierte Radsportler diese Tour. Gestartet wird in Sölden, über
Ötz geht es dann hinauf zum Kühtai, wo man das erste Mal über 2000m
fährt. Weiter über Innsbruck den Brenner hinauf. Der kleinste Berg.
Über Sterzing geht es dann hinauf zum Jaufenpaß, wo man auf 2100m
fährt. Von dort geht es über Serpentinen hinab nach St. Leonhard. Bis
hierhin hat man bereits 183km gefahren. Was dann kommt, ist eigentlich
schon alleine kaum zu schaffen. Auf 29km steigt die Strecke
durchschnittlich zwischen 9 und 12% an, bis man die 1750 Meter
Höhenunterschied zum Timmelsjoch (auf 2509m) erreicht hat. Aber dann
ist noch nicht Schluss, denn es geht noch mal 26km bergab nach Sölden.
Mehrere Kontrollpunkte müssen zeitlich begrenzt überfahren werden. Wer
zu spät kommt, wird aus dem Rennen genommen. Mehr als 750 Helfer sorgen
für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Die Strecke ist für die
gesamte Rennzeit für den Autoverkehr gesperrt, so dass die Radsportler
sicher die ganze Straßenbreite befahren können. Tausende von Zuschauern
applaudieren den Radsportlern zu. Das Fernsehen ist mit Hubschraubern
und einigen mobilen Kameras auch dabei. Bei der 30igsten Auflage
des Ötztaler Radmarathons starteten in diesem Jahr 4294 Teilnehmer aus
27 Nationen. Im Ziel wurden 3941 Finisher wie KÖNIGE gefeiert. Zwei
davon waren Michael Schieber und Christof Schneider von der RSG
Hochwald Losheim. Über Monate trainierten sie für dieses Event. Jeder
von ihnen hatte bis zum Ötzler bereits über 6.000km in den Beinen,
sonst wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Die
Wetteraussichten für den Jubiläumsmarathon 2010 waren mehr als
schlecht, denn es sollte eigentlich regnen. Aber Petrus meinte es gut
und legte für die gesamte Zeit des Marathons eine Regenpause ein.
Trotzdem waren es morgens um 6:45 Uhr beim Start in Sölden nur 4 Grad.
Im Laufe des Tages stieg das Thermometer bis auf 22 Grad in St.
Leonhard. Aber auf 2509 m Höhe, dem Timmesjoch, waren es dann wieder
nur 4 Grad. Bei Christof Schneider lief es den ganzen Tag nicht so
gut, er hatte mit technischen Problemen zu kämpfen. So hatte er eine
größere Reifenpanne, die mit Hilfe des Veranstalters, der mit vielen
Servicefahrzeugen unterwegs war, schnell beheben konnte. Denn es hieß:
Nerven bewahren und nicht aus dem Zeitrahmen fallen, was ihm am Ende
auch gelang. Michael Schieber hatte bereits eine Woche zuvor in der
Schweiz die Alpenchallenge über 220 km und 4000 Höhenmeter absolviert.
Er ging das Rennen daher behutsam an. Aber es lief für ihn ohne
Probleme und so schaffte er die Tour in einen ansprechenden Zeit. Schmücken
konnten sich die Beiden mit dem Trikot, das alle Finisher, die in der
Zeit geblieben sind, erhalten. Ein stolzes Gefühl, es sich zum ersten
Mal überzuziehen. In Radsportkreisen gilt der Ötztaler Radmarathon
als DER Ritterschlag. Wer diesen Marathon schafft, schafft auch alle
anderen. So wirbt auch der Veranstalter mit dem Spruch: „Lebe deinen
Traum.“ Auf vielen Plakaten am Rand der Strecke sah man dann auch:
„Hier startet dein Traum“, „Na ausgeträumt?“ und oben auf dem
Timmelsjoch: „Hier hast du nun deinen Traum“. Welches Glück die
Teilnehmer hatten zeigt der Wetterbericht, denn zwei Tage nach dem
Rennen musste das Timmelsjoch wegen starker Schneefälle gesperrt werden. |